Lagerkennzeichnung: Ohne Umwege zum richtigen Regalfach

Gangbeschilderung zur Orientierung im Lager

 

Eine Lagerplatzkennung kann korrekt sein und trotzdem ihren Zweck verfehlen: wenn sie vom Stapler aus kaum lesbar ist, zwischen zwei Fächern hängt oder nach einer Umorganisation nicht mehr mit der Lagerverwaltung übereinstimmt. 

Für eine wirksame Lagerkennzeichnung müssen Bezeichnung, Gestaltung und Befestigung zum Einsatz passen. Besonders beim Erweitern oder Umstrukturieren bestehender Bereiche lohnt es sich deshalb, die Beschriftung entlang der tatsächlichen Abläufe zu prüfen. 

Vom Gang zum Fach: Orientierung ohne Unterbrechung 

Gangbezeichnung, Regalnummer und Fachkennung sollten ein zusammenhängendes System bilden. Entscheidend ist, dass die Zuordnung auf jeder Stufe eindeutig bleibt und mit den Angaben in der Lagerverwaltung übereinstimmt. 

Dabei erfüllen die Beschriftungen unterschiedliche Aufgaben. Gangschilder weisen aus größerer Entfernung die Richtung; am Regal wird der konkrete Platz identifiziert. Beide benötigen eine Gestaltung, die ihrer Funktion entspricht. Eine kleine Fachkennung ersetzt keine weithin sichtbare Gangbezeichnung. 

Regal- und Gangschilder sollten dort angebracht werden, wo die Entscheidung über den weiteren Weg fällt – beispielsweise vor dem Einbiegen in eine Regalreihe. Bei Zugängen aus beiden Richtungen kann eine beidseitige Beschriftung sinnvoll sein. 

Regalbeschriftung aus der Arbeitsposition lesen 

Ob eine Beschriftung gut funktioniert, zeigt sich am Einsatzort. Beim Kommissionieren zu Fuß werden Angaben aus einem anderen Abstand und Blickwinkel gelesen als vom Stapler aus. Auch die Höhe der Regalebene beeinflusst, wie gut eine Kennung erfasst werden kann. 

Schriftgröße, Kontrast und Informationsmenge sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden. Die wichtigste Angabe muss schnell erkennbar sein. Zusätzliche Texte dürfen sie nicht in den Hintergrund drängen. Einheitliche Positionen erleichtern die Suche und helfen, benachbarte Stellplätze auseinanderzuhalten. 

Für kompakte Kennungen können bedruckte Markierungsetiketten eingesetzt werden, bei Bedarf ergänzt um Barcodes oder QR-Codes. Bei der Planung sollten sowohl das Lesen als auch das Scannen aus der üblichen Arbeitsposition geprüft werden. Die lesbare Zeichenfolge bleibt hilfreich, wenn eine Zuordnung ohne Gerät erforderlich ist. 

Bei höher gelegenen Lagerplätzen können Mehrebenen-Etiketten oder Mehrebenen-Regalschilder die Kennungen und Barcodes mehrerer Regalebenen in gut erreichbarer Höhe zusammenführen. Wichtig bleibt eine eindeutige Zuordnung zur jeweiligen Ebene. So lässt sich die Kennzeichnung an den tatsächlichen Scan- und Arbeitsablauf anpassen. 

Befestigung passend zu Oberfläche und Änderungsbedarf 

Die Auswahl der Befestigung hängt davon ab, wo die Angaben angebracht werden und wie häufig sie sich ändern. Bei dauerhaft genutzten Positionen kann eine selbstklebende Lösung passen. Werden Bereiche regelmäßig neu aufgeteilt, erleichtert eine versetzbare Befestigung die Anpassung. 

Magnetische Ausführungen benötigen einen geeigneten, eisenhaltigen Untergrund. Bei selbstklebenden Varianten sind die Beschaffenheit und Vorbereitung der Oberfläche sowie die Verarbeitungshinweise zu berücksichtigen. Staub, Unebenheiten oder Rückstände können die Haftung beeinträchtigen.

Auch Temperatur, Feuchtigkeit und die Reinigung am Einsatzort gehören zur Auswahl. Für besondere Bedingungen, etwa im Tiefkühllager, sollte die Eignung der jeweiligen Ausführung gezielt geprüft werden. Hier kommen beispielsweise spezielle magnetische Etikettenhalter für den TK-Bereich infrage. 

 

Lagerkennzeichnung bei Änderungen aktuell halten 

Nicht jede Änderung erfordert eine neue Befestigung. Wenn Artikelbezeichnungen oder andere Hinweise regelmäßig wechseln, bieten austauschbare Einleger eine Möglichkeit, die Informationen am Regal aktuell zu halten. 

Etikettenhalter ermöglichen den Austausch der Beschriftung, während der Halter an seinem Platz bleibt. Auch magnetische Etikettenhalter bieten austauschbare Einleger und lassen sich bei einer geänderten Regalaufteilung versetzen. Barcodes können durch ihre transparente Vorderfolie gescannt werden. Für umfangreichere Angaben oder ergänzende Unterlagen können Magnettaschen an geeigneten Regalflächen genutzt und bei Bedarf umgesetzt werden. Entscheidend sind das benötigte Format und eine Position, an der die Informationen gut sichtbar sind, ohne die Warenentnahme zu behindern. 

Nach einer neuen Belegung müssen frühere Angaben entfernt werden. Werden Lagerplatzbezeichnungen geändert, sollten die Beschriftung vor Ort und die digitale Zuordnung abgestimmt aktualisiert werden. So entstehen keine widersprüchlichen Informationen im laufenden Betrieb. 

Vor der Umsetzung im Betrieb erproben 

Bevor ein gesamter Bereich ausgestattet wird, lohnt sich ein Test an einer repräsentativen Regalreihe. Die Prüfung sollte bei belegten Regalen unter realen Bedingungen erfolgen. Dabei kommt es auf folgende Punkte an: 

  • Leseabstände und Blickwinkel: Ist die Kennung aus der üblichen Arbeitsposition gut lesbar? 

  • Sichtbarkeit: Verdecken überstehende Verpackungen die Beschriftung? Beeinflussen Lichtverhältnisse oder die Position des Fahrzeugs das Erfassen? 

  • Befestigung: Hält die gewählte Lösung auf dem vorgesehenen Untergrund zuverlässig? 

  • Scanbarkeit: Lassen sich vorhandene Barcodes oder QR-Codes im tatsächlichen Arbeitsablauf erfassen? 

Rückmeldungen aus Einlagerung und Kommissionierung helfen, solche Schwierigkeiten vor der flächendeckenden Umsetzung zu erkennen. 

Eine durchdachte Lagerkennzeichnung verbindet eindeutige Adressen mit einer Gestaltung, die zum Arbeitsablauf passt. Das erleichtert die tägliche Orientierung und schafft eine verlässliche Grundlage für Erweiterungen und Veränderungen im Lager. 

 

Mitarbeiterbild 

 

Frau Mundt | Expertin für Kennzeichnungen
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Häufige Fragen zur Lagerkennzeichnung 

Wann ist eine magnetische Kennzeichnung sinnvoll? 

Magnetische Kennzeichnungen eignen sich besonders, wenn sich Regalaufteilungen oder Lagerplatzzuordnungen häufiger ändern. Sie lassen sich abnehmen und an anderer Stelle wieder anbringen. Voraussetzung ist ein geeigneter, eisenhaltiger Untergrund – auf Aluminium oder Kunststoff halten Magnete nicht. 

 

Muss bei wechselnden Artikelangaben die gesamte Kennzeichnung ersetzt werden? 

Bei Etikettenhaltern und Kennzeichnungstaschen genügt es, den Einleger auszutauschen. Die Befestigung kann bestehen bleiben. Ändert sich zusätzlich die Lagerplatzbezeichnung, müssen auch die Angaben in der Lagerverwaltung angepasst werden. 

 

Reicht ein Barcode zur Kennzeichnung des Regalfachs aus? 

Eine ergänzende, gut lesbare Lagerplatzkennung ist sinnvoll. Sie ermöglicht die Orientierung auch ohne Scanner und hilft, benachbarte Fächer auseinanderzuhalten. Barcode und lesbare Kennung sollten dabei eindeutig denselben Lagerplatz bezeichnen.